Ferienlager ist mehr als 14 Tage Abenteuer. Ein Jahr aus Sicht des Leitungsteams.

Es ist Samstag, 16:00 Uhr. Der Reisebus ist kurz vor Immendingen. Wir sind auf der Rückreise vom Ferienlager. Am Busparkplatz ein tränenreicher Abschied der Teilnehmenden. Das Versprechen eines Wiedersehens liegt in der Luft. Im Team zeigt sich eine Mischung aus Freude und Müdigkeit, aber auch ein Funke Stolz. Große Erleichterung macht sich breit.

Wir haben es geschafft. Das Ferienlager ist wieder einmal erfolgreich über die Bühne gegangen. 14 Tage Abenteuer in den Tiroler Alpen. 14 Tage körperlicher Ausnahmezustand und emotionale Achterbahnfahrt. Mehr als 70 Teilnehmende, viele Aufgaben, wenig Schlaf. Unzählige Erlebnisse. Kleine Problemchen und schnelle Lösungen. Wunderbare Momente. Und eine unvergessliche Leistung des ganzen Teams. Das war es wieder:Der Höhepunkt des Lagerjahres und unseres Ganzjahresjobs ist vorüber.

Ein Ganzjahresjob? Ja, so etwas in der Art ist es wirklich! Auch wenn alle von uns über das Jahr hinweg natürlich anderen Tätigkeiten nachgehen und ehrenamtlich für das Ferienlager tätig sind, so sind wir doch das ganze Jahr über für das Ferienlager aktiv. Und was machen wir das ganze Jahr? Ein Blick auf das Lagerjahr aus Sicht des Lagerteams.

Samstag – Rückreisetag

Noch ehe die Teilnehmenden in Immendingen ankommen wird bereits im Hintergrund geräumt. Alle Materialien werden ausgeladen und für das kommende Lager verstaut. Die Teilnehmenden kehren wohlbehalten mit dem Reisebus zurück und werden müde an die Eltern übergeben. “Geschafft!”

Für das Team heißt es jetzt, die letzten Dinge einsortieren oder verladen. Ab nach Hause, kurz entspannen und nochmal frisch machen. Denn schon gleich treffen wir uns zum Abendessen wieder und lassen das diesjährige Ferienlager in der Teamrunde ausklingen. Jetzt haben wir Zeit für uns. Geschichten werden erzählt. Es wird viel gelacht. Doch allzu lange wird der Abend nicht dauern, denn die 14 Tage stecken uns in den Knochen. Stand der Dinge: Augenringe. Müde ist er, der Körper. Auf einer Skala von 1-10 beim Status Dornröschen angekommen. Schon bald fallen wir müde und glücklich ins Bett. Ein komisches Gefühl, wieder im eigenen Bett zu schlafen. Ganz generell wieder zu schlafen. Nicht nur dies bleibt uns noch einige Tage erhalten, sondern auch das Gefühl, zahlreiche Menschen um sich zu haben. Tatsächlich. Stille. Gute Nacht.

August

Die kommenden Wochen sind geprägt von zahlreichen Erinnerungen, den besten Schnappschüssen und der Dokumentation des Geschehenen. Jetzt ist die intensivste Zeit für unser Finanzteam. Zuschüsse werden beantragt. Alle Rechnungen müssen bezahlt werden und eine Gesamtabrechnung wird schließlich erstellt. 

In anderen Teilen des Teams werden hunderte Fotos und Videos gesichtet, sortiert und für Euch aufbereitet. Eine Auswahl der schönsten Fotos und coolsten Videos werden wir allen Teilnehmenden später zum Download anbieten. Die besten Schnappschüsse schaffen es in die engere Auswahl und in unseren Aftermovie. Mehr dazu später…

September & Oktober

Die nächsten Monate stehen im Zeichen von Nachbereitung und Reflexion. Mit etwas Abstand lassen wir das Lager Revue passieren. Wir schauen uns alle Programmpunkte und Abläufe nochmal an, suchen nach Verbesserungen und neuen Ideen. Bewährte Abläufe werden festgehalten und Verbesserungen ergänzt. Dies ist Grundlage der nächsten Planung und für ein noch besseres Lager im kommenden Jahr.

Gleichzeitig widmen wir uns im Herbst auch der Häusersuche für das übernächste Jahr. Es stehen Besichtigungen an. Es wird kalkuliert. Ja richtig gehört, wir buchen unsere Unterkünfte teilweise bereits zwei Jahre im Voraus, um uns die guten Selbstversorgerhäuser in dieser Größe zu sichern. Die Unterkunft muss wohl überlegt und ausgewählt sein. Letztendlich halten wir hoffentlich bald eine Reservierung in unseren Händen.

Doch nun wieder zurück zu Euch. Im Herbst wollen wir uns endlich wiedersehen. Hierzu planen wir im Oktober unser Nachtreffen, kümmern uns um die Bewirtung und am wichtigsten: Aus den besten Eindrücken schneiden wir unseren Aftermovie zusammen, der am Bilderabend seine Premiere feiern wird. Das Wiederseh’n mit Euch macht Freu(n)de. Ein schöner Abschluss.

Dezember, Januar & Februar

Nun kehrt die ruhige Zeit des Lagerjahres ein. Die Aufgaben des vergangenen Ferienlagers sind bewältigt. Unser Teamevent auf dem Weihnachtsmarkt rundet das Lagerjahr ab. Gleichzeitig sind wir auf der Suche nach neuen Teammitgliedern für die kommenden Jahre. Nicht selten hat das Team auf dem Weihnachtsmarkt oder der ein oder anderen Fasnachtsveranstaltung bereits neue Ehrenamtliche gewinnen können. Ja, auch Rekrutierung ist ein Ganzjahresjob. Immer Ausschau halten!

Jetzt hat sich das Team eine Pause verdient. In den Wintermonaten kommen wir zur Ruhe und bereiten uns auf das nächste Lagerjahr vor.

März

Neues Jahr, neues Lager. Der Start ins neue Lagerjahr steht bevor. Nach der ruhigeren Zeit nehmen wir die Arbeit wieder auf. Wir kümmern uns um die Zusammenstellung eines Teams für das bevorstehende Lager. Wir planen das Budget für das aktuelle Jahr und richten den Teilnahmebeitrag danach aus. Wenn alles steht, geht es los… Anmeldestart: Infos werden veröffentlicht, von nun an könnt ihr Euch anmelden.

April & Mai

Das Frühjahr nutzen wir vor allem dazu, an neuen Ideen zu feilen und neue Programmpunkte zu entwerfen. Vorschläge werden gesammelt, intensiv diskutiert und in kleine Teams aufgeteilt. Ein Motto braucht es noch. Wie ihr wisst steht unser Lager stets unter einem Motto, welches sich wie ein Roter Faden durch die 14 Tage zieht. Kleingruppen übernehmen im weiteren Verlauf die detaillierte Vorbereitung der einzelnen Programmpunkte. Für manche Aktionen ist es sogar notwendig, die Umgebung vor Ort zu erkunden. Also ab ins Auto und ein Wochenende nach Tirol. Eine Abordnung unseres Teams fährt bereits im Frühjahr an den Ort des Geschehens und macht sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut. 

Gleichzeitig werden zuhause grundlegende organisatorische Fragen geklärt. Die Anreise wird geplant. Auch wenn wir hier in den letzten Jahren auf die gleichen Partner setzen, so vergleichen wir jedes Jahr erneut die Preise, um die Kosten möglichst gering zu halten. Daher Angebote einholen und Bus buchen, außerdem Anfragen für Transporter und Fahrer stellen.

Schon frühzeitig vor dem Lager teilen wir uns die verschiedensten Rollen und Aufgaben im Team auf. Die einen wachen über unsere Finanzen, andere sind für die besten Schnappschüsse zuständig oder üben sich als Kioskbetreiber. Wieder andere verantworten Sicherheit und Sauberkeit im Haus oder kümmern sich um die Kommunikation über Instagram und über unseren Blog. Während des Lagers sind wir oft den ganzen Tag über eingespannt: Betreuung der Teilnehmenden, Durchführung der geplanten Programmpunkte. In den Pausen schnell die nächsten Programmpunkte vorbereiten und allerlei sonstige Aufgaben erledigen. Alles was vorher schon geklärt ist, sorgt für einen angenehmeren und reibungsfreien Ablauf während des Lagers. Und das ist unser Ziel.

Juli

Der Startschuss für die heiße Phase. Noch vier Wochen bis zum Start des Ferienlagers. Die Programmpunkte sind nun ausgearbeitet und werden in einer Übersicht zusammengeführt. Die notwendigen Materialien müssen besorgt werden. Allerlei Unterlagen werden vorbereitet, Pläne erstellt, Vorlagen entwickelt und Checklisten gedruckt. Auch an der kulinarischen Front werden Gerichte und Mengen geplant und eingekauft. Dankenswerterweise unterstützen uns hier lokale Partner in unserer Gemeinde. Frische Lebensmittel besorgen wir dann je nach Bedarf vor Ort.

Nun steht (fast) alles. Jetzt müssen die Teilnehmenden und Eltern noch mit allen Infos versorgt werden. Infobriefe und Packlisten werden aufbereitet und verschickt. Drei Wochen vor dem Lager führen wir einen Informationsabend durch, an dem wir ausführlich über das geplante Lager informieren. Letzte Fragen werden beantwortet. Erledigt! Nach mehreren Monaten sind nun alle Planungen abgeschlossen.

Die Tage davor

Eine Woche vor dem Lager steht eine Bestandsaufnahme unseres Inventars an: Ist alles Equipment noch in Schuss? Zu unserem Bestand gehören vielerlei Spielsachen, Sportgeräte, Bastelmaterialien und auch Küchenutensilien für unser Küchenteam. Haben wir alles Notwendige? Weiteres Equipment wie Musikanlage, Beamer oder Drucker leihen wir aus. Was muss noch besorgt werden? Diese Fragen treiben uns in der Woche vor dem Lager um.

Einige Tage vor dem Start werden alle Materialien in Kisten verpackt und zum Verladen bereitgestellt. Die große Frage: Haben wir noch genügend Klappkisten? Klappkisten sind bei uns heiß begehrtes Transportmittel für unser Material. Bereits am Vorabend unserer Reise wird alles verladen. Haben wir an alles gedacht? Das, was wir fast viele Monate lang geplant und vorbereitet haben, geht nun endlich los. Was wir vergessen haben, wird uns (hoffentlich) bald auffallen.

Spannung liegt in der Luft. Bereits am Samstagabend treffen wir die Teilnehmenden zu unserem Aussendungsgottesdienst. In der Immendinger Kirche stimmen wir uns gemeinsam auf die bevorstehenden Erlebnisse ein. Noch einmal schlafen, dann brechen wir auf.

Sonntag – Start ins Lager

Es ist Sonntag. Die Vorfreude steigt. Die Teilnehmenden werden empfangen, Unterlagen werden übergeben und letzte Punkte geklärt. Los geht’s. Start mit dem Reisebus in Richtung Österreich. Ein Vortrupp ist bereits am frühen Morgen angereist und empfängt die Teilnehmenden am Haus. Nun startet das 14-tägige Abenteuer Ferienlager.

Und ehe man sich versieht ist es schon wieder Samstag, 16:00 Uhr.

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